Plattdeutsches Wort des Jahres

Plattdeutsches Wort des Jahres 2024

Das Plattdeutsche Wort 2024 wird während der “Plattdeutschen Wochen” vom 26. Mai 2024 bis 16. Juni 2024 bekannt gegeben und hier veröffentlicht.

Plattdeutsches Wort des Jahres 2023

Im Rahmen der Plattdeutschen Wochen in Mecklenburg-Vorpommern suchten auch in diesem Jahr der Heimatverband M-V und das Fritz-Reuter-Literaturmuseum deutschlandweit das plattdeutsche Wort des Jahres 2023 in drei Kategorien:

  • Schönstes plattdeutsches Wort
  • Aktueller plattdeutscher Ausdruck
  • Liebste Redensart/ liebstes Sprichwort

Im Jahr 2023 wurde folgendes in den drei Kategorien ausgewählt:

  • Schönstes plattdeutsches Wort: Fräden (“Frieden!”)
  • Aktueller plattdeutscher Ausdruck: Brägenplietschmaschin (KĂĽnstliche Intelligenz)
  • Liebste Redensart/ liebstes Sprichwort: Lever drög Brot in’n Fräden, as Kauken un Braden in Striet. (Lieber trocken Brot im Frieden, als Kuchen und Braten im Streit)

Zahlreiche Vorschläge wurden aus den acht plattdeutschen Bundesländern und sogar aus Berlin und Thüringen eingereicht. Eine Jury aus Mitgliedern des Heimatverbandes M-V und des Literaturmuseums wählte aus anonymisierten Listen ihre Favoriten für 2023 aus. Im Rahmen der Plattdeutschen Wochen wurden die drei Kategorien im Botanischen Garten in Rostock bekannt gegeben. Den Wettbewerb gibt es bereits seit 1995. Bis 2003 wurde lediglich nach dem plattdeutschen Wort gesucht, anschließend wurden die zwei weiteren Kategorien ergänzt.

Plattdeutsche Wort des Jahres, aktueller Ausdruck und liebste Redensart im Jahresverlauf:

Die hochdeutschen Übersetzungen findet ihr in Lütt-Marikens Wörterbuch.

Schönstes plattdeutsches WortAktueller plattdeutscher AusdruckLiebste Redensart/ liebstes Sprichwort
2023FrädenBrägenplietschmaschinLever drög Brot in’n Fräden, as Kauken un Braden in Striet.
2022DunnerlĂĽchtingTippschnackEen vergnöögt Hart is better as ‘n BĂĽdel vull Geld.
2021butschernHoll di fuchtig!Dat gröttste Glück, as mi bedücht, hett, wer up Glück lecht kein Gewicht.
2020BallerdutjeSnutdaukUt ein’ Schwientroch ward kein Violin.
2019utklamüsernfuurtsen-roewertrecken-CodeHe röögt dat Muul as de Katteker den Steert.
2018HartpuckernAnkiekbookStoh fast, kiek wiet un röög di!
2017DwarsdriewerBĂĽdelfleigerKumm rin un snack di ut, gah rut un hol din Snut.
2014kommodigStrommöhlNämm di nix vör, denn schleit di nix fäl.
2012rallögen
2011öllerhaftigHus hollen!Dor hett ‘n Ul säten.
2010langtöögschBiojüchDat Küken will ümmer kläuker sin as dat Hauhn.
2009SpijöökMiendientjeJeder räd’t von’t Supen, keiner räd’t von’n Döst.
2008PlĂĽschmorsBankenmalĂĽrWenn du nich weiĂźt, ob mir, ob mich, schnack plattdĂĽĂĽtsch, denn blamierst di nich.
2007OeschenAckerschnackerDat Läwen is väl tau kort för ein langes Gesicht.
2006min HerzingFixrührWat möt, dat möt.
2005upfidummen/upfidummtLämmerhüppenDenn Politik, seggt de Buuer, is anners seggen, as daun.
2004begäuschenKlappräknerDe LĂĽd seggt: “He hett GlĂĽck hatt!” Dat hei ok arbeit’t hett, dor snackt keeneen vun.
2003swinplietsch/schwienplietsch
2002upsternaatsch/obsternaatsch
2001begriesmulen/begriesmult
2000brägenkloeterig
1999Dat figiliensche Johr Tweidusend
1998Eurodalermaless
1997Klaukschieter
1995SchnarrenpĂĽster

Quelle: Fritz-Reuter-Literaturmuseum, 2023

Die Faszination der plattdeutschen Wörter

Die Vielfalt der plattdeutschen Wörter ist faszinierend und spiegelt die Besonderheiten der jeweiligen Regionen wider. Viele dieser Wörter sind eng mit der Natur und dem ländlichen Leben verbunden, was die enge Verbindung der Menschen zu ihrer Umgebung zeigt.

In der plattdeutschen Sprache gibt es zahlreiche Begriffe fĂĽr verschiedene Tiere, Pflanzen, Werkzeuge u.ä.. Allein fĂĽr die “Kartoffel” gibt es im Plattdeutschen die unterschiedlichsten Varianten wie “TĂĽffel”, “TĂĽft”, “KatĂĽffel”, oder auch “Nudel”.

Ein weiteres Merkmal von plattdeutschen Wörter ist ihre klangvolle und oft humorvolle Art. Viele Wörter haben bildhafte Bedeutungen, die zum Schmunzeln einladen, was besonders bei Nicht-Plattsprecher:innen gut ankommt. So wird beispielsweise ein Durcheinander als “Kuddelmuddel” ein Angsthase als “BangbĂĽx” oder die Hummel als “PlĂĽschmors” bezeichnet.

Plattdeutsche Wörter sind mehr als nur linguistische Ausdrücke; sie sind ein wichtiger Teil der norddeutschen Kultur und Geschichte. Sie dienen als Brücke zwischen den Generationen und verbinden die Menschen mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Diese einzigartige Sprachvielfalt sollte geschätzt und gepflegt werden, um den kulturellen Reichtum der norddeutschen Regionen zu bewahren.

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