Plattdeutsch lernen – So einfach geht’s!

Für mich ist Plattdeutsch die schönste Sprache der Welt. Höre ich jemanden Plattdeutsch sprechen, fühle ich mich Zuhause. Die Sprache ist ein Teil meiner Heimat. Man kann auf Platt schimpfen, lachen, aber auch ernste Themen ansprechen. Platt kommt immer von Herzen und ist ehrlich. Ihr wollt Plattdeutsch lernen? Ich helfe euch gerne dabei.

Plattdeutsch lernen für Anfänger

All jenen, die Plattdeutsch lernen möchten, kann man nur gratulieren. Denn nach dem Philosophen Voltaire heißt es:

Kennst du viele Sprachen – hast du viele Schlüssel für ein Schloss.

Mehrsprachigkeit öffnet einem also nicht nur viele Türen, sondern wirkt sich auch positiv auf die kognitiven und sozialen Fähigkeiten eines Menschen aus. Das gilt auch für das Plattdeutsche. Durch das Erlernen der Regionalsprache können zusätzlich die regionale Identität und das Heimatbewusstsein verstärkt werden.

Doch die vielen Unterschiede in Aussprache und Schreibweise von Region zu Region machen das Plattdeutschlernen nicht gerade einfacher. Die plattdeutsche Sprache hat zwar eine eigene Rechtschreibung und Grammatik, aber keine einheitliche. So kann ein Wort im Nachbarort ganz anders heißen, ausgesprochen oder geschrieben werden. Wer sich dazu entschließt Plattdeutsch zu lernen, sollte sich dieser Unterschiede bewusst sein.

Als Hilfestellung hat Lütt-Mariken ein paar Tipps zum Plattdeutschlernen zusammengetragen, wie zum Beispiel plattdeutsche Lehrmaterialien:

  • „Platt mit Plietschmanns“ (Wolfgang Hohmann; ISBN: 978-3-35602-201-8)*
  • „Hör- und Lernbuch für das Plattdeutsche“ (Renate Hermann-Winter; ISBN: 978-3-35602-115-8)*
  • „Platt – dat Lehrbook“ (Hartmut Arbatzat; ISBN: 978-3-87651-431-4)
  • „Fiete lehrt Plattdüütsch“ (Rolf Schwippert; ISBN: 978-3-89876-227-4)

[*vorrangig für Mecklenburg-Vorpommern]

Wer auf Lehrbücher verzichten möchte, dem helfen vielleicht diese Anregungen weiter:

  • Plattdeutsche (Kinder)Bücher, Zeitungsartikel, Gedichte oder Internetseiten lesen, wie das plattdeutsche Wikipedia
  • Plattdeutsche Filme, Serien, YouTube-Videos ansehen
  • Plattdeutsche Radiosendungen, Hörbücher, Podcasts anhören

Hierbei sollten unbedingt eigene Interessen berücksichtigt werden. Wenn man mit Freude bei der Sache ist, lernt es sich gleich viel leichter.

Weitere Tipps:

  • Für unbekannte bzw. unverständliche Wörter ein Wörterbuch zu Hilfe nehmen
  • Plattdeutschkurse in der Volkshochschule besuchen
  • in plattdeutschen Theatergruppen und Vereinen mitwirken

Wer ständig von der Sprache umgeben ist und diese regelmäßig anwendet, wird schnell erste Lernerfolge vorweisen können.

 

Teste jetzt Dein Plattdeutsch-Wissen!

Beantworte die acht Fragen und teste, wie gut du dich im Plattdeutschen auskennst. Am Ende des Quiz erhältst du die Auflösung und für alle falschen Antworten eine kurze Erläuterung. Alle Wörter kannst du hier übersetzen. Teile dein Ergebnis mit deinen Freunden auf Facebook und Twitter.

#1. Was macht man mit „Schlackermaschü“?

Schlackermaschü wird auf Plattdeutsch Schlagsahne, Pudding genannt.

next

#2. Was ist ein „Plüschnors“?

Die Hummel wird im Plattdeutschen als „Plüschnors“ (auch Plüschmors, Plüschnoors) bezeichnet.

next

#3. „Brummelbeer“, „Bickbeer“ un „Stickelbeer“ sind...

„Bummelbeer“ ist die Brombeere, „Bickbeer“ die Blaubeere und „Stickelbeer“ die Stachelbeere.

next

#4. Was ist ein „Klappräkner“?

Der „Klappräkner“ ist die plattdeutsche Bezeichnung für einen Laptop, einen „Klapprechner“.

next

#5. In wie vielen deutschen Bundesländern wird offiziell Plattdeutsch gesprochen?

Plattdeutsch spricht man in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und in Teilen Brandenburgs, Sachsen-Anhalts und Nordrhein-Westfalens.

next

#6. Wer oder was ist „Mammelutsch“?

„Mammelutsch“ oder „Marmelad“ ist die Marmelade.

next

#7. Was ist "Mangkaktäten"?

Zum Eintopf sagt man im Plattdeutschen „Mangkaktäten“ (vermengt gekochtes Essen).

next

#8. Was ist ein "Iesenbahnbomupundaldreiger"?

Der „Iesen-bahn-bom-up-un-dal-dreiger“ ist der Schrankenwärter. Er „dreht den Eisenbahnbaum (Schranke) hoch und runter“.

finish

Results

Toll, Du bist auf dem besten Wege Plattdeutsch zu lernen.

Übung macht den Meister.

Plattdüütsch för Lütte

Plattdeutsch lernen mit Lütt-Mariken

Das Lernen ist ein lebenslanger Prozess. Es gibt keine Altersbeschränkung, um eine neue Sprache zu lernen. Auch im fortgeschrittenen Alter kann sich ein Mensch neue Dinge aneignen. Dennoch lernt es sich im Kindesalter am einfachsten, da das Gehirn zu dieser Zeit am leistungsfähigsten ist. Kinder nehmen ihre Umwelt mit allen Sinnen wahr. Sie sind unglaublich aufnahmefähig und wissbegierig. Diese Fähigkeiten kann man sich auch für das Plattdeutschlernen zunutze machen.

Denn eine frühe Mehrsprachigkeit bietet viele Vorteile. Sie wirkt sich positiv auf die kognitiven und sozialen Fähigkeiten eines Kindes aus, erleichtert ihm das Erlernen weiterer Fremdsprachen und fördert die regionale Identität. Aus diesem Grund hat Lütt-Mariken ein Bilderbuch erfunden und sich weitere Materialien überlegt, mit denen man Kindern spielerisch die plattdeutsche Sprache näherbringen kann.

Väl Spaß bi’t Plattdütschlihrn!

 

5 Antworten

  1. Hans sagt:

    Hallo Ilka,
    Niederdeutsch hat ganz klar eigene Laute, die das Deutsche nicht hat. Ich frage mich deshalb warum sie das schreiben? Und auch ihre Annahme das „å“ käme schriftlich nicht im Niederdeutschen vor ist schlichtweg falsch. Ob im frühesten Plattdeutsch im Mittelalter, bei Groth und anderen großen Dichtern kam das „å“, das „æ“ und auch das“œ“ vor. In Mecklenburg sogar das schon im Eigennamen stehende „ę“. Sprechen sie überhaupt selbst Niederdeutsch? Wie meine Vorrednerin richtig beschrieben hat, haben unterschiedlichen Varianten im Plattdeutschen manchmal eine unterschiedliche Aussprache. Das Å ist ein Ton zwischen a und o, welchen es im Deutschen einfach nicht gibt. Es wird genau wie das dänische Å manchmal mit ‚AA‘ geschrieben, was aber umständlich ist. Es ist sehr gut und schön das MV jetzt eine einheitliche Rechtschreibung für Plattdeutsch hat und das Å ist da genau richtig aufgehoben, da es auch sprachlich einfach die Verwandtschaft zu Nordeuropa zeigt. Im Westen von Norddeutschland wird dagegen statt dem praktischen Å, entweder a, o, aa oder oo geschrieben. Jüst’n Kuddelmuddel. Also Lütt Mariken. Jüst so as du dat seggt hest, måkt wieder so bi jüm Rechtschrieven. Weest bedankt för de Siet.

  2. Uwe Schmidt sagt:

    Sihr verihrte Fruu Bojara,

    se hemm` een schönen Internetuptritt. Dor koenen sick anner Lüüd` `ne Schiew von
    afschnieden. De Striederie, wecker dat richtige „Platt“ schrifft orrer spräkt, möt jo woll
    in`t eenuntwindigsten Johrhunnert uphüren. In een Dörp seggen se to`n Bispill :
    „Holl di wiß“ in dat anner „Holl di fast“. De Maekelborger orrer Vöpommer de `n bäten
    plietsch in sien Brägen is, ward woll beides verstahn! Maken`S man wieder so!

    Uwe Schmidt, Niegenbramborg

  3. Ilka Wilczek sagt:

    Ich freue mich sehr über diese Seite.
    Welchen Grund gibt es, entgegen all unseren plattdeutschen Dichtern und Denkern, plötzlich ein skandinavisches „Boller-Ooooh“ (Å) zu benutzen? Im Schwedischen is es das lange „o“ aus dem Deutschen. Wasinallerwelt hat es bei uns im Plattdeutschen zu suchen? „Tausammen“ ist nicht plötzlich „tausåmen“ („tausohmen“…???) – so spricht doch keiner!
    Soll es optisch schick sein und das Plattdeutsche dadurch aufwerten?
    Ich finde es komplett unangepasst. Es gibt in unserer Sprache alle Zeichen, die wir benötigen, um Plattdeutsches aufzuschreiben.
    Ich bin gespannt auf Ihre Erklärung und würde mich auch über eine Information freuen, die mir sagt, seit wann dieser Buchstabe benutzt werden „soll“ und wie Sie darauf kommen, ihn zu verwenden. Welche Sprache in aller Welt nehmen Sie dafür als Grundlage? Das Schwedische kann es ja wohl schlecht sein…
    Ich ärgere mich darüber, dass plötzlich eine Vermischung mit skandinavischen Sprachen erfolgt. Das geht einfach nicht.

    • Lütt-Mariken sagt:

      Guten Morgen Frau Wilczek,
      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Im Plattdeutschen gibt es wirklich eine Vielzahl an Varianten was Aussprache und Schreibweise angeht.
      Seit 2016 kann in Mecklenburg-Vorpommern an einigen Schulen das Abitur auf Plattdeutsch abgelegt werden. So musste also eine einheitliche Rechtschreibung her.
      Es wurde sich auf die Nutzung der plattdeutsch-hochdeutschen Wörterbücher von Renate Hermann-Winter geeinigt. Darin findet auch das Boller-A Verwendung.
      Lütt-Mariken hat sich auch an diese Schreibweise angepasst. In ihrem Online-Wörterbuch (www.luett-mariken.de/plattdeutsch-uebersetzen) werden aber stets mehrere Schreibweisen aufgeführt.
      Allen Plattschnackern gerecht zu werden, ist leider gar nicht so einfach oder sogar unmöglich.

      Viele Grüße,
      Lütt-Mariken

    • Hans sagt:

      Hallo Ilka,
      Niederdeutsch hat ganz klar eigene Laute, die das Deutsche nicht hat. Ich frage mich deshalb warum sie das schreiben? Und auch ihre Annahme das „å“ käme schriftlich nicht im Niederdeutschen vor ist schlichtweg falsch. Ob im frühesten Plattdeutsch im Mittelalter, bei Groth und anderen großen Dichtern kam das „å“, das „æ“ und auch das“œ“ vor. In Mecklenburg sogar das schon im Eigennamen stehende „ę“. Sprechen sie überhaupt selbst Niederdeutsch? Wie meine Vorrednerin richtig beschrieben hat, haben unterschiedlichen Varianten im Plattdeutschen manchmal eine unterschiedliche Aussprache. Das Å ist ein Ton zwischen a und o, welchen es im Deutschen einfach nicht gibt. Es wird genau wie das dänische Å manchmal mit ‚AA‘ geschrieben, was aber umständlich ist. Es ist sehr gut und schön das MV jetzt eine einheitliche Rechtschreibung für Plattdeutsch hat und das Å ist da genau richtig aufgehoben, da es auch sprachlich einfach die Verwandtschaft zu Nordeuropa zeigt. Im Westen von Norddeutschland wird dagegen statt dem praktischen Å, entweder a, o, aa oder oo geschrieben. Jüst’n Kuddelmuddel. Also Lütt Mariken. Jüst so as du dat seggt hest, måkt wieder so bi jüm Rechtschrieven. Weest bedankt för de Siet.

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